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Schuss ins Knie

Als Mensch hat man ja charakterliche Eigenschaften und Verhaltensweisen, die einem mitgegeben wurden oder welche man im Laufe seines Lebens erlangt und auch nur unschwer ändern kann. Man kann oftmals einfach nicht aus seiner Haut.
Eine meiner Eigenschaften ist es, Konsens zu suchen und es meinem Gegenüber so leicht wie möglich zu machen diesen auch mit mir herstellen zu können. Dies nicht nur im Umgang mit Kunden sondern auch im Geschäftsverhältnis zu Lieferanten. Wenn ich etwas bestelle und dieses ist gerade nicht lieferbar oder vorrätig, dann bemühe ich mich flexibel zu sein und nicht unbedingt streng auf meinen Wünschen zu beharren.
Und leider schiesse ich mir dadurch auch ab und an mal von hinten ins Knie.

So wie gestern. Ich schreibe dem Holzlieferanten meines Vertrauens eine Mail mit meinen Wünschen und der Bitte das Material zu richten weil ich etwas später meine Mitarbeiterin zum Abholen schicken wollte. Der freundliche Mitarbeiter welcher meine Mail bearbeitete meldete sich telefonisch und meinte, ein Teil meiner Bestellung wäre in der Menge nicht auf Lager. Woraufhin ich mich überzeugen lies eine Standardlänge zu nehmen. Dies war Fehler Nr. 1, den ich heute wieder bereue, weil ich jetzt Abfälle habe die zum Wegwerfen zu schade sind, hier jetzt wieder rumliegen, 8 mal umgesetzt werden müssen und vor allem auch bezahlt werden wollen.
Fehler Nr. 2 aber machte der Mitarbeiter des Lieferanten, indem er meine Bestellung 15 × 5,00 meter in 4 × 13,00 meter abänderte. Der mathekundige Leser wird feststellen das geht weder hinten noch vorne aus.

Ich muss unbedingt an mir arbeiten. Wenn ich was bestelle dann will ich das zukünftig genauso haben und nicht anders. Sonst frisst mich der Frust irgendwann auf.

Die Geier von der Werbung

Ich mag es ja schon mal gar nicht, wenn ich von Werbetreibenden auf dem Mobilphone angerufen werde. Die Baustelle ist mir da heilig, ausserdem habe ich in jungen Jahren der Selbständigkeit auch mal den Fehler gemacht auf der Baustelle direkt mit einem dahergelaufenenen Vertreter einen Vertrag abzuschliessen, was mich viel Geld und Nerven gekostet hat.
Gestern habe ich das der Anruferin auch klipp und klar gesagt dass ich nun keine Zeit für sie habe woraufhin Sie meinte, mir die Infos per Mail zu schicken.
Das hat sie dann auch. Wie Sie aber auf den Trichter kommt mit meiner Schwester gesprochen zu haben weiß kein Mensch. Ich habe nämlich keine und es ist bei mir auch sonst niemand weibliches im Büro
Oder weiß Sie am Ende doch mehr als ich???

Jahresabrechnung Strom

Ausnahmsweise mal freudige Post erhalten die Tage. Sonst kommen ja meist nur Rechnungen und Gebührennoten und was weiß ich. Aber vor zwei Tagen kam die Stromabrechnung. Und bei beiden Verträgen (Betrieb und Wohnung sowie Einliegerwohnung) habe ich den Stadtwerken mal wieder unfreiwillig einen zinslosen Kredit gegeben. Aber wehe man ist mal einen Monat mit einer Zahlung etwas zu spät. Dann wird gleich die Mahngebührenkeule herausgeholt. Nur……wenn die verspätete Zahlung welche gemahnt wurde sich nach Jahresrechnung dann als Überzahlung und somit quasi als obsolet herausstellt bekommt man die Mahnkosten natürlich nicht erlassen. Wo denken wir nur hin. Nein nein, never ever. Sie nehmen es halt auch nur von den Lebenden.

Personal und Motivation

Fast ein Jahr lang habe ich hier keinen Eintrag mehr getätigt. Ich verspreche nichts, aber mal sehen ob ich nicht wieder ein wenig Leben reinbekomme.

Vorletzte Woche meldete sich mal wieder ein junger Mann italienischer Abstammung bezgl. eines Jobs bei mir. Da ich prinzipiell schon eine Stelle als Helfer oder Geselle offen hätte haben wir vereinbart, gerne mal einen 14tägigen Test mit offener Option zur Weiterbeschäftigung durchzuführen.
Er zeigte sich interessiert und willig, war eigentlich aufmerksam und hat nicht wie viele andere davor schon sich vor der Arbeit gedrückt. Mittwoch und Donnerstag letzte Woche waren dann mal ein paar Korrekturen an seiner Arbeitsweise und Ausführung notwendig, alles im Rahmen, Feintuning halt. Donnerstag habe ich ihn noch nach der Arbeit ein Stück weit nach Hause gefahren und er verabschiedete sich mit “Bis Morgen”.
Freitag ist er nicht mehr gekommen. Keine Nachricht, kein Anruf, nichts. Auch heute am Montag natürlich nicht. Was denken sich die Leute eigentlich? Erzählt mir noch dass seine Wohnung für die Grösse ja so teuer wäre um dann einfach die Chance wieder verstreichen zu lassen. Kann ein klein wenig konstruktive Kritik dazu führen jemandem dermassen die Lust zu nehmen. Und soll dass jetzt dazu führen dass ich mich nicht mal mehr traue Kritik zu üben, wenn etwas nicht zu meiner Zufriedenheit und somit letztendlich auch nicht zur Zufriedenheit des Kunden ausgeführt wird? Wohl ja eher nicht.
Früher hätte ich ihm ja nochmals eine Möglichkeit eingeräumt, wenn er sich dann mal mit irgendeiner (meist fadenscheiniger) Entschuldigung gemeldet hätte. Aber nach meinen Erfahrungen aus den letzten Jahren ist dieser Käse nun gegessen. Irgendwann habe ich es satt nur noch Melkkuh zu sein.

Gewährleistungszeit und Bürgschaften

Zur Sicherung der Gewährleistung nutzen Bauherren ja gewöhnlich einen 5 prozentigen Einbehalt der Schlussrechnungssumme, welcher oftmals von uns Handwerkern dann durch Aushändigen einer Gewährleistungsbürgschaft fällig gestellt wird. Diese Bürgschaften bekomme ich von meiner Bürgschaftsversicherung VHV ausgestellt. Hier habe ich für einen jährlichen Fixbetrag die Möglichkeit, bis zu 25000 Euro Summe an Bürgschaften (Gewährleistung, Vertragserfüllung etc) vergeben zu können.
Normalerweise ist das ja auch alles kein Problem, wenn denn die Auftraggeber nach Ablauf auch ihre Bürgschaften zurückgeben würden. Dies sollte optimalerweise automatisch und ohne Nachfrage geschehen. Dann nämlich erst werden mir diese Beträge wieder frei gegeben.
Vor einigen Wochen habe ich ca. 5-7 Auftraggeber bzgl. der abgelaufenen Gewährleistungsbürgschaften angeschrieben oder -gemailt . Ein einziger Auftraggeber hat sich daraufhin gemeldet und mir die Bürgschaftsurkunde zurückgeschickt. Bei allen anderen galt das Motto: Still ruht der Wald.
Ich finde dieses Verhalten unmöglich. Man sollte sich einfach immer seiner Rechte und Pflichten bewusst sein. Ob als Handwerker oder als Auftraggeber. Und das Aushändigen der Bürgschaftsurkunde nach Ende der entsprechenden Frist gehört hier einfach auch dazu.
So sind nun auf meinem Bürgschaftskonto ca. 5000 Euro gebunden, welche ich gerne auch wieder für neue Bürgschaften verwenden würde, derzeit aber einfach nicht kann. So muss ich jetzt nochmals unnötig Zeit aufwenden, nachhaken oder mir notwendigerweise eine Enthaftungserklärung unterschreiben lassen. Hab ja auch sonst nichts wichtigeres zu tun.